Schulpartnerschaft – Reise nach China

In den Herbstferien traten wir unsere Reise nach China an:

Unser Flug nach Shenzhen war aufgrund der Unruhen in Hongkong etwas umständlicher und daher auch länger. Es gab eine Zwischenlandung in Peking. Das galt übrigens auch für die Heimreise, die sich ewig hinzog!

Aber all das nimmt man für das Erlebnis „China“ ja gern auf sich. Für uns Begleiterinnen war es bereits die zweite Reise ins Reich der Mitte.  Für Kim, Jasmin und Sophia war es die erste Begegnung mit diesem Land.

Dieses Mal führte uns die Anbahnungsreise in den Süden Chinas. Wir wurden vom feuchtwarmen subtropischen Klima empfangen und waren natürlich viel zu dick angezogen!

Sehr herzlich war der Empfang an unserer Partnerschule, der Shenzhen Middle School. Herr Fu, den wir bereits vom Incoming der chinesischen Partner im August kannten, holte uns vom Flughafen ab. Bei der Fahrt in die Stadt konnten wir bereits die Größe der Gebäude bestaunen. Nach einem Mittagessen, das wir wacker mit Stäbchen bestritten, ging es in die Schule. Dort fielen sich unsere 3 Mädchen und ihre Gastgeberinnen Bella, Kelly und Hanna in die Arme, denn die Begegnung in Zwönitz lag noch nicht lange zurück und alle hatten sich von Anfang an gut verstanden.

Wir wunderten uns übrigens, dass es in der Schule vor Schülern und Lehrern wimmelte, obwohl Samstag war. Die Erklärung: Wegen des Nationalfeiertags zum 70. Geburtstag der Volksrepublik China war ein Tag Schule ausgefallen. Der musste nun nachgeholt werden! Für uns Deutsche einfach unvorstellbar, in China aber offensichtlich Normalität.

Die enormen Unterschiede bezüglich des Schulsystems wurden uns auch auf dieser zweiten Reise im Rahmen einer Schulpartnerschaft deutlich.

(Dazu gehörte  die gigantische Größe der Schule: 2500 Schüler*innen, ca. 600 Lehrer*innen, mehrere Schulgebäude, die eine Art Campus bilden, einen Veranstaltungssaal, der ca. 600 Menschen Platz bietet usw. Der Unterricht geht bis abends 18 Uhr und laut unserer Mädchen saßen die Gastgeberinnen bis spätabends an ihren Hausaufgaben. )

Ab Montag begann für alle der Schulalltag – fast. Zunächst wurden wir nämlich in der Turnhalle empfangen und offiziell begrüßt. Damit hatten wir nicht gerechnet und die spontanen Reden auf der Bühne vor den ca. 200 Schüler*innen, die als zweite Fremdsprache Deutsch lernen, war für uns Gäste eine ziemliche Herausforderung.

Im Anschluss wurden wir von der 8. Klasse empfangen, in der der Großteil unserer chinesischen Freunde vom Incoming lernen. Die Eltern hatten ein Frühstücksbuffet mit typischen Speisen vorbereitet, die Schüler*innen stellten uns ihre Stadt Shenzhen vor und Kim, Jasmin und Sophia präsentierten ihre Powerpoint über unsere Heimat.

Im Anschluss begann der Alltag wirklich! Der Schultag dauerte nämlich bis abends 18 Uhr! Unser Projektschwerpunkt UMWELTSCHUTZ wurde gemeinsam thematisiert.

Uns begleitende Lehrerinnen führten Mitglieder der Schulleitung im Anschluss durch das Schulgelände und in verschiedene Fachräume. Wir bestaunten sowohl die Größe als auch die  Ausstattung.

Am Dienstag besuchten wir alle das vierthöchste Gebäude der Welt: das Pingan International Finance Center. Es wurde erst 2017 eröffnet und ist 599 m hoch. Einfach gigantisch!

Am Nachmittag ging es noch einmal hoch hinaus: knapp 1000 Stufen erstiegen wir bei über 30 Grad Celsius! Von der Spitze des Berges, auf dem 1979 vom damaligen Staatschef Deng Xiaoping der Beschluss gefasst wurde, Shenzhen als Megacity aufzubauen, konnten wir bis nach Hongkong blicken. Die Tatsache, dass man für diese riesige Stadt Shenzhen nur 40 Jahre Bauzeit brauchte, hat uns einfach umgehauen.

Für den Mittwoch hatte Herr Fu einen Ausflug in die Hauptstadt des Verwaltungsbezirkes organisiert: nach Guangzhou. Dort gab es endlich Geschichte zu bestaunen! Sehr zur Freude von Frau Haase…

Aber auch im ehemaligen und wirklich alten Kanton gibt es natürlich einen Megabau: den Canton Tower, der inklusive Antenne 600 m misst. Den Freefall unterhalb der Antenne mussten wir natürlich testen!! Beeindruckend war auch die Eingangshalle, ausgestattet mit neuester Bildschirmtechnik. Etwas ganz Besonderes war die abendliche Fahrt auf dem Pearlriver, bei der man die bunt erleuchtete Skyline bewundern kann.

Am Donnerstag sahen wir uns noch einige historische Stätten an und beobachteten in einem Park Chinesinnen beim traditionellen Fächertanz.

Der letzte Tag an der Shenzhen Middle School begann mit einer gemeinsamen Konferenz, bei der wir als begleitende Lehrerinnen mit einem Teil des chinesischen Kollegiums sprechen konnten. Es wurde von beiden Seiten betont, dass diese Partnerschaft weiter ausgebaut werden soll. Leider war das nur über unseren Dolmetscher möglich. Wir Lehrerinnen wurden um eine Unterrichtsstunde bei Siebtklässlern gebeten, deren Fremdsprache Deutsch ist. Als eigenartig empfanden wir, dass die Fachlehrerin kein Wort Deutsch sprach…

Am Nachmittag wurden dann gemeinsam Teigtaschen gefüllt und immer kunstvoller geformt. Auch die Schulleiterin half fleißig mit. Beim gemeinsamen Abschiedsessen ließen wir uns alle diese typische Speise schmecken. Und natürlich noch einiges mehr, denn beim chinesischen Essen wird immer (zu) reichlich aufgetischt.

Der Abschied war sehr herzlich und traurig zugleich. Natürlich darf das obligatorische Foto nicht fehlen.

Nach der Arbeit folgten noch einige Tage Erholung auf der Insel Hainan…

Wir hoffen für unsere fleißigen und engagierten Mitstreiter*innen, dass es im nächsten Jahr mit der Begegnungsreise klappt. Die Organisation Engagement Global/ENSA unterstützt solche Schulpartnerschaften und fördert so den Austausch mit anderen Kulturen. Ziel ist eine Begegnung auf Augenhöhe. Und das ist uns in Shenzhen auf jeden Fall gelungen.

Wir danken Dr. Jürgen Reißmann und Xuli Cheng von der ASG in Annaberg für die Kontakte, die Organisation und die Begleitung!

Heike Haase, Nicole Watzlaw-Fischer